Palmblätter mit Bildern von Ludwig Richter, Karl Gerok

  • Palmblätter mit Bildern von Ludwig Richter, Karl Gerok
BRAUTLIED SIE 
Wo du nun wandelst, da wandle ich auch 
da folg ich und bin es zufrieden 
vom ersten Kuss bis zum letzten Hauch 
nun werden wir nimmer geschieden 
vom seligen JA vor dem Traualtar 
bis zum bittern Ade an der Totenbahr 
wir bleiben zusammen hinieden 
 
ER 
Wo du nun weilset, da weile ich mit 
da bleib ich und such nicht weiter 
vom ersten Schritt bis zum letzten Tritt 
dein Schatten, dein Schutz und Begleiter 
einst lief ich ums Glück landein und landaus 
nun wird mir zur Welt mein friedliches Haus 
wo schiene die Sonne so heiter? 
 
SIE 
Dein Volk mein Volk, o führe die Braut 
den würdigen Eltern entgegen 
den Segen der Liebe, der Häuser baut, 
aufs Haupt uns gütig zu legen 
dein törichtes Kind ist so fremd in der Welt 
sei du mein Stab, mein Führer, mein Held 
auf des Lebens verschlungenen WEgen. 
 
ER 
Dein Gott mein Gott, begleite mich du, 
o fromme Seele, gen Himmel, 
den stürmischen Geist, o bett ihn zur Ruh 
in der Welt verworrnem Getümmel. 
Mein Segensengel, mein Friedensstern 
zur Hut mir gesetzet von Gott, dem Herrn, 
im sündigen Menschengewimmel. 
 
SIE 
Dein Glück mein Glück, und was will ich denn mehr 
als für dich, du Einziger, leben? 
O, dass ich ein Engel, ein heiliger, wär, 
wie wollt ich dich schützend umschweben, 
dir segnend mit Rosen die Pfade bestreu'n, 
die stehchenden Dornen, den hemmenden Stein 
so treu aus dem Wege dir heben! 
 
ER 
Dein Leid mein Leid, mein bist du im Schmerz 
wie mein in fröhlichen Tagen. 
Komm, neige das Köpfchen getrost mir ans Herz 
mir den kleinsten Kummer zu klagen 
geteilte Freud ist ja doppelte Freud 
geteiltes Leid ist ja halbes Leid 
und die Liebe sie wächset im Tragen. 
 
SIE 
Dein Grab mein Grab, wo man dich begräbt, 
da legt man auch mich in die Erden. 
Gehst du mir von hinnen, so hab ich gelebt, 
kann fröhlich nimmermehr werden. 
Ein Hügel decke uns beide zu 
beim Staube der Staub, o trauliche Ruh 
nach des Lebens Lust und Beschwerden. 
 
ER 
Dein Himmel mein Himmel, wohl reißen sie einst 
mit Schmerzen, die irdischen Bande. 
Doch wenn du an meinem Hügel nun weinst, 
blick auf in die himmlischen Lande, 
die Gott vermählte, die scheidet kein Tod, 
sie schweben ins ewige Morgenrot 
im himmlischen Hochzeitsgewande. 
 
BEIDE 
Nun, Vater, der du die Liebe bist, 
erhöre der Liebenden Bitte. 
Du König der Herzen, Herr Jesus Christ, 
sei selber im Bunde der Dritte. 
O Geist des Friedens, so rein und so zart, 
komm auf uns nieder nach Taubenart, 
Schweb segnend ob unserer Hütte!
gebraucht
Bestell-Nr.: BN0057-20
Autor/in: Karl Gerok
Palmblätter mit Bildern von Ludwig Richter
Format: 18 x 13,5 cm
Seiten: 412
Gewicht: 455 g
Verlag: Enslin & Leiblings
Einband: Hardcover
Sprache: Deutsch Frakturschrift
Zustand: leichte Gebrauchsspuren

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Verfügbarkeit: noch 1 Exemplar