Ermunterung und Ermahnung

Steige auf dieses Gebirge und sieh das Land
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Mose, der betagte Knecht Gottes, steigt auf das Gebirge, um das verheißene Land Kanaan zu schauen. Wohl war es ihm damals nicht vergönnt, das Land zu betreten; das wissen wir. Aber das Vorrecht, es unter persönlicher Führung Gottes zu schauen, taucht den Abschied Moses in eine Art goldene Abendsonne. Es war in der Tat der würdige Abschluß eines Lebens, unter das Gott die Schlußworte setzt: „Und es stand in Israel. kein Prophet mehr auf wie Mose, welchen Jehova gekannt hätte von Angesicht zu Angesicht ..." (5. Mo 34,10-12).

Und doch dürfen wir nicht übersehen, unter welchen Umständen Mose diesen Aufstieg unternahm. Gott hatte erschütternde Worte zu ihm geredet: „Siehe, du wirst dich zu deinen Vätern legen; und dieses Volk wird sich aufmachen und es wird mich verlassen und meinen Bund brechen. - Denn ich werde sie in das Land bringen ... und sie werden sich zu anderen Göttern wenden und ihnen dienen und mich verachten und meinen Bund brechen" (5Mose 31,16- 20). Solche Worte mußten Mose tief getroffen haben. Seine eigene Zukunft war gesichert; sein Weg führte ihn in die Arme Gottes. Doch wenn er an das geliebte Volk dachte, dem sein Leben und Wirken gegolten hatte, wie mußte ihm dann schwer sein ums Herz. Gott würde die Seinen nicht aufgeben - gewiß nicht. Aber was für Wege würden sie noch gehen, und wieviel Züchtigung würden sie auf sich bringen! 

Wie weit solche Gedanken die Schritte Moses beschwert haben, erfahren wir nicht; nur das eine wird uns mitgeteilt: Er stieg auf den Berg. Die Sorge konnte ihn nicht im Tal zurückhalten. Fühlte er auch seine natürlichen Kräfte schwinden (5.Mo 31,2) - Gott stärkte ihn durch den Glauben in einer Weise, daß von ihm gesagt wird: „Sein Auge war nicht schwach geworden und seine Kraft nicht geschwunden" (5.Mo 34,7). So überwindet dieser alte Mann die Schwachheit der Natur und steigt Schritt für Schritt auf den Berg, in die Gegenwart Gottes.

Gewiß wird niemand von uns sich mit Mose vergleichen wollen. Wir sind nicht solche „auserwählten Gefäße". Auch sind wir noch nicht am Ziel. Soeben beginnen wir noch einmal ein neues Jahr unserer „Wüstenwanderung". Doch wir leben am Vorabend des Kommens des Herrn - ähnlich dem Volk Israel damals, als es in den Ebenen Moabs den endgültigen Eintritt in das Land erwartete. Sollte da das Wort „Steige auf dieses Gebirge!" nicht auch uns etwas zu sagen haben?

Wie leicht bleiben wir mit unseren Gedanken und Empfindungen „im Tal"! Mit Besorgnis sehen wir die Entwicklungen, die sich im Volk Gottes angebahnt haben, und fragen uns, wie das alles einmal enden soll. Und wir tun gut daran, uns der Mitverantwortung, die jeder von uns trägt, nicht zu entziehen. Gott urteilt sehr ernst über solche, die „sich nicht grämen über die Wunde Josephs" (Amos 6,6). Wie lange wird der Herr, ohne züchtigend einzugreifen, wohl noch zusehen, wie das Zeugnis von der Einheit aller Gläubigen zunehmend auseinanderbricht?

Geht es aber darum, die nötige Kraft zum Durchhalten in diesen Verhältnissen zu finden, dann müssen wir „auf das Gebirge steigen". Nicht der Blick auf das Volk Gottes, so sehr es uns angeht, sondern der Blick auf „das Land" macht uns Mut. In der Nähe des Herrn die Reichtümer des Himmels zu betrachten; all das jetzt schon im Glauben zu erwägen, „was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben" (1.Kor 2,9): das ist die Quelle unserer Kraft. Geistliche Nahrung kommt aus Gottes Wort - und nur aus Gottes Wort. Wenn es dem Wort nicht mehr gelingt, unsere Herzen zu erheben über die Umstände des Lebens - und seien es auch die Umstände des Glaubenslebens, die uns eng berühren—, dann hilft nichts mehr.

Doch das „Gebirge" will „erstiegen" sein. Schritt für Schritt, nicht in einem Sprung, gewinnt der Bergwanderer die Sicht in die Weite. Darum laßt uns die Mühe nicht scheuen. Es lohnt sich, wenn wir immer wieder im Wort Gottes nach den Herrlichkeiten des Herrn forschen. E der Verherrlichte, ist der ganze Reichtum des Himmels. In Ihm sind wir „gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern". „Alles, was der Vater hat, ist mein", sagt der Herr; davon nimmt der Geist und verkündigt es uns. Gott will uns mehr davon zeigen., wenn wir Seine Nähe suchen, und im „Anschauen der Herrlichkeit des Herrn" werden wir „verwandelt nach demselben Bild" (Eph 1,3; Joh 16,15; 2,Kor 3,18).

Nur ein lebendiges Bewußtsein von dem, was wir bald in der Herrlichkeit schauen werden, macht uns das Ziel begehrenswert und gibt uns Kraft. Darum laßt uns den Zuruf mitnehmen in die kommenden Tage: „Steige auf dieses Gebirge, und sieh das Land!" E.E.H.
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