Botschafter des Heils in Christo 1873 / 1874

  • Botschafter des Heils in Christo 1873 / 1874

gebraucht
Botschafter des Heils in Christo (1853-1937)
Neudruck 1865 bis 1882 (Zwei Jahrgänge in einem Band).
3. Auflage, 480 Seiten, gebunden, Normal 0 21 1873 / 74
Zustand Doppelband! wie neu

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Jeremia als Beispiel zur Nachahmung

Es ist für uns wichtig, die Werkzeuge zu betrachten, deren Gott Sich bedient, um Seine Ratschlüsse zur Ausführung zu bringen. Diese Werkzeuge sind meist so beschaffen, daß der durch die Sünde verdorbene Mensch sie sicher als ungeeignet ablehnen würde, während sie, wenn Gott sie für Seine Zwecke zubereitet hat, Seine Macht bezeugen und Seinen Namen ver herrlichen.

Hierfür liefert Jeremias ein treffendes Beispiel. Wie ängstlich und zurückhaltend er auch von Natur sein mochte, der Herr verlieh ihm einen unerschrockenen Mut und befähigte ihn eine Aufgabe auszuführen, vor welcher normalerweise selbst das mutigste Herz zurückgeschreckt wäre.

Es ist in der Tat stets ein mühevolles Unternehmen gegen das Böse zu zeugen, um damit die Bosheit unserer Umgebung bloßzustellen und die Sünde eines Volkes zu bekämpfen. Schon der Gedanke an eine solche Arbeit macht uns zittern. Das aber ist ganz natürlich; denn welche Kraft hat das irdene Gefäß in sich selbst? Doch wenn der Herr mit einem schwachen Gefäß ist und es zu Seinem Gebrauch zurichtet, dann wird es in Seiner Hand „zu einer festen Stadt und zu einer ehernen Mauer" (Jer 1, 18). Seine Leitung und Zurichtung der Gläubigen gegen den Strom der Gedanken und Meinungen der Welt zu schwimmen, gegen die Regeln und Gewohnheiten derer anzugehen, die, was ihr öffentliches Bekenntnis auch sein mag, sich wider Gott erhoben und unter der Macht und Autorität des größten Feindes Gottes stehen. „Die Freundschaft der Welt ist Feindschaft wider Gott". Dazu gehört Glauben, und dieses Werk des Glaubens zeugt von der Ohnmacht des Geschöpfes und von der Macht Gottes. Wenn wir auf unsere eigene Macht vertrauen und den Sieg von unserer Stärke erwarten, dann suchen wir nach keiner anderen Hilfe; wenn wir hingegen fühlen, daß die Aufgaben zu welchen wir berufen sind, unsere Kräfte übersteigen, dann können wir nur in der Kraft eines Anderen unseren Weg fortsetzen. Wendet sich dann das Geschöpf von allen irdischen Stützen ab, und sieht nur auf Gott hin, so wandelt es durch den Glauben. Der Wandel im Glauben ist geradezu

das Gegenteil von dem, was der natürliche Mensch zeigt, - ein Wandel, der gerade das tut, was weltliche Klugheit vermeiden würde.

Jeremias gleicht, als ihn der göttliche Befehl erreicht einem schwachen und schüchternen Kind. „Ach Herr, Jehova! siehe, ich weiß nicht zu reden, denn ich bin jung" (V. 6). So lauten die ersten Worte des künftigen Propheten. Er, der „den Völkern zum Propheten gestellt" war, erschrickt über den ihm aufgetragenen Dienst und sagt: „Ich bin zu jung". Wußte denn der Herr das nicht? Sicher, denn Er hatte bereits gesagt: „Ehe ich dich bildete im Mutterleibe, habe ich dich erkannt, und ehe du hervorkamst aus der Mutter, habe ich dich geheiligt, habe dich den Völkern zum Propheten bestellt". Der Auftrag entsprang also nicht dem eigenen Gedanken, sondern dem Willen Dessen, Der ihn zu den Völkern sandte und ihn schon vor seiner Geburt für dieses Werk gebildet und abgesondert hatte. Bevor Jeremias die Laufbahn seines prophetischen Dienstes betrat, hatte der Herr ihn geheiligt und den Völkern zum Propheten gestellt.

Wie trostreich und ermutigend eine solche Ankündigung für den auch sein mag, der gelernt hat, sein Vertrauen auf den lebendigen Gott zu setzen, bei Jeremias blieb sie wirkungslos. Er war nur mit seiner Schwachheit beschäftigt; allein diese sah und fühlte er, und darum entgingen ihm die Worte: „Ich habe dich gekannt; ich habe dich geheiligt". Daraus erklärt sich sein Einwurf: „Ich bin jung". Seine Jugend und sein Mangel an Beredsamkeit sind in seinen Augen wesentliche Hindernisse für eine göttliche Sendung.

Wie oft begegnen wir bei Kindern Gottes ähnlichen Bedenken, haben vielleicht bei uns selbst schon solche Erfahrungen gemacht. Wir tun oft so, als gäbe es Schwierigkeiten, die Gott übersehen habe, und die uns in der Tat verhindern, dem Willen Gottes Gehör zu geben. Gott ruft, und wir machen allerlei Einwendungen: unsere Jugend, unseren Mangel an Beredsamkeit, wie Jeremias und Moses. Hat Gott Sich etwa getäuscht? Wie wäre das möglich? Er kennt unsere Unfähigkeit und es ist gut, wenn auch wir von der eigenen Schwachheit überzeugt

sind und fühlen, daß wir aus uns selber nichts vermögen. „Bin ich schwach, so bin ich stark". Aber ist es nie gut, unsere Schwachheit zum Vorwand für unseren Ungehorsam gegen Gott zu gebrauchen? Wir können sicher nicht tief genug von unserer Nichtigkeit überzeugt sein, aber wir bedürfen ebenso= sehr des Bewußtseins, daß Gott allmächtig ist. Gehorsam gegen den Herrn geziemt sich allezeit. Gott hatte den Propheten zu einem Dienst berufen, wie unfähig sich dieser auch dazu fühlen mochte, und menschlich gesprochen eignete er sich dafür nicht. Deshalb hätten Menschen auch eine andere Wahl getroffen. Isai beispielsweise dachte nicht daran, den kleinen David vor Samuel zu bringen, und selbst Samuel hielt den Eliab für den Auserwählten Gottes. Aber erst als David kam, stand der Gesalbte des Herrn vor ihnen...

 

Inhaltsverzeichnis

Jeremias als Beispiel zur Nachahmung 5

Das Ende des eigenen Wirkens

Die Stellung und der Zustand des Christen

Gedanken über Philipper 3

Der Gläubige - ein Brief Christi

Bosheit und Verblendung 

Der treue Arbeiter

Jona

Reif für den Himmel

Über christliche Erfahrung

Die Liebe und Herrlichkeit Jesu

Gedanken über die Leiden Christi 134 

Gedanken über Psalm 23

Über die Bedienung des Wortes

in der Welt und in der Versammlung

Unsere Stellung und Verantwortlichkeit 168

Licht - Liebe

Die Abwesenheit und Wiederkunft Christi und die Gegenwart des Heiligen Geistes

Christus der Diener

Das Kommen des himmlischen Bräutigams

Wie kennen wir Christum?

Praktische Betrachtungen über die Psalmen

Betrachtung über 4. Mose 14

Gott ist es, Der rechtfertigt 37 

Kein Brot im Schiff - oder Christus alles in allem ... 36

Der Herr Jesus in Johannes -11 und 12 

„Er starb für mich" 42

„Gott ist für uns" 

„Verschlungen ist der Tod in Sieg" 

Die Grundwahrheiten der Versammlung Gottes .... 65

Wir sind dem Gesetz gestorben 136

Unsere wahre Stellung 

Unter Gnade 141

Die Verantwortlichkeit 146

Die Fußwaschung .. 55

Vergeben und vergessen 

Das Abendmahl des Herrn 161

Gefahr und Rettung 172

Die Gefühllosigkeit der Sünde i75

Die Ruhe

Der König David und sein neuer Wagen

Das fälschlich beruhigte Gewissen 

Der unausforschliche Reichtum des Christus 

Eins aber ist not 238

 

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