Heilung des Todes - Vom Aposteldienst moderner Medizin, Hans Gödan

  • Heilung des Todes - Vom Aposteldienst moderner Medizin, Hans Gödan

EINLEITUNG - Wir kennen heute Bücher, die schon in ihrem Titel die Zeichen der Unruhe und Unsicherheit widerspiegeln und damit zu erkennen geben, daß etwas noch nicht ausgereift ist. So stoßen wir auf Titel wie „Statt einer Literaturgeschichte", „Statt einer Vorlesung", „Statt eines Katechismus", „Statt eines Nekrologs". In solch „stattlichen" Titeln lockt jeden von uns Christen die Versuchung. Jesus Christus hat in Wort und Tat und Wesen eindeutig die Aufgabe der Christenheit gegenüber Tod und Krankheit bestimmt, daß wir hier nicht „statt eines Gehorsams" eine Hineinlegungskunst unserer Mühseligkeit und unserer Ängste in die Texte des Neuen Testaments zu betreiben brauchen. Wäre dies seitens der Theologie immer gesehen worden, dann wären die großen Fortschritte der Naturwissenschaft und der Medizin unverkrampfter geschehen und fröhlicher aufgenommen worden. Und unnötig wären dann so verschiedenartige Forderungen wie: die Zukunft der Medizin müsse eine „soziale Medizin" sein; oder sie müsse unter dem Leitbild einer „Medizin der Person" stehen. Beides nämlich tritt, zusammen mit einer Fülle anderer Entwicklungen, von selbst ein, sobald uns das Wort Christi nicht losläßt: „Heilet und verkündet." Wer es befolgt, hilft dem einzelnen als Person u n d der Menschheit. Die Urchristenheit besaß noch diese Medizin des G e h o r s a m s. Wir müssen sie wieder üben; denn der barmherzige Samariter ist immer ein denkender und ein stets ,lernender Samariter.

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Wer in diesem Zusammenhang vor dem Wort „Gehorsam" zurückschreckt, denke darüber nach, daß der Diabolos lebenswichtige begriffe immer wieder in der Geschichte umfunktioniert*. Wir sprechen deshalb besser vom Gehorsam gegenüber Christus.

* Ich habe den Wertwechsel der Worte verschiedentlich als „Transhumanz" der Begriffe bezeichnet (Transhumanz = das Wegtreiben weidender Tiere auf andere Gebiete; dies ist die ursprüngliche Bedeutung).

Dann folgen wir nicht blindlings einer Ideologie, sondern erfahren eine Wohltat und vermitteln sie weiter: die Wohltat, den Platz einnehmen zu dürfen, der dem einzelnen im Kosmos und im Reiche Gottes zugeteilt ist. Es ist der Platz, an dem jeder das Optimale leistet und sich dabei glücklich weiß. Leisten wir uns den Luxus, über diese ethische und metaphysische Möglichkeit nicht nachzudenken, stehen wir bereits in einem andern Gehorsam: unter der Fron des „Durcheinanderwerfers" (Diabolos). Weil der biblische Samariter barmherzig ist und zugleich denkt und plant, stört es ihn nicht, daß einige am Schauplatz seiner Tätigkeit vorübergegangen waren und ihm scheinbar voraus sind. In der christlichen Theologie richtet sich die Führungsrolle also nach ganz anderen Gesetzen. Hier lassen sich die Menschen rot ihren Problemen und deren Lösungen nicht dadurch überholen, daß man im Talar auf völlig unbekanntem Terrain einen Marathonlauf im Sprinterstil startet. Heute allerdings versuchen dies so manche und wählen dazu die Gebiete der Politik, der Soziologie und der Sexualität.

Dabei ist auffallend, wie wenig oder wie gar nicht eine Verantwortung gegenüber der rasanten Entwicklung der Naturwissenschaften einschließlich der Medizin gesehen wird. Und die Fragen, die von hier aus an die Theologie gerichtet werden, finden wenig Gehör, obwohl die Antworten für den Fortgang der Wissenschaften entscheidend sein können. Die Öffentlichkeit, selbst wo sie nicht bewußt christlich ist, hat dafür ein feines Gespür. So konnten die Aufsätze, aus denen die nachfolgenden Kapitel vielfach hervorgegangen sind, in dem weitverbreiteten „Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt" (Hamburg) erscheinen und damit eine Fülle engagierter Zuschriften auslösen. Ich danke der Redaktion, daß ich einen Teil dieser Beiträge, wenn auch verändert, in das vorliegende Buch übernehmen konnte. Wo immer es sich um Heilkunde handelt, müssen wir täglich neues Wissen erwerben und durch Beobachten, Forschen und Glauben besser gehorchen lernen: „Heilet und verkündet!" Dann ist der Christ dem jeweiligen Tag stets um Zeitalter voraus und bleibt dennoch ganz bei dem, dessen Wunden er versorgen muß.

Das heißt mit andern Worten: Der Christ denkt bilokal, an zwei Orten zugleich. Das hat nichts mit Hochmut zu tun, sondern mit Anstiftung zur entscheidenden Hilfe, wo alle sagen und alles darauf hinweist: „Aussichtslos!" Ist der denn hochmütig, den wir bei einem gefahrvollen Aufstieg vorangehen lassen, weil er sowohl die Gefahren als auch die Sicherheit kennt?

Die Aufgabe, die uns Christus heute und morgen für die Rettung auch des leiblichen Lebens und für die Bewahrung der Gesundheit stellt, habe ich anhand einzelner Beispiele dargestellt und zugleich die Sache, um die es geht, aus der wissenschaftlichen Sprache so weit übersetzt, daß die Lektüre allgemeinverständlich ist. „Allgemeinverständlich" faßt Wissenschaftler und Laien zusammen, im Gegensatz zu „populär". Wer die entscheidende Problematik, um die es hier geht, wissenschaftlich weiterverfolgen möchte, den darf ich auf meine Monographien hinweisen.

Hans Gödan

INHALT

Einleituung

1. Das Nein zum Tode

1. Krankheit, Altern, Tod

2. „Weckt Tote auf!"

3. Der alte Mensch und der Tod

4. Wenn der Tod Verspätung hat

5. Tötung eines Toten aus Oberzeugung?

6. Den Tod überlistet

II. Weiterer Vorstoß der Forscher und Ärzte

1. Mit geschenktem Herzen leben

2. Kein Opfer der Wissenschaft

3. Tod mit Tod bekämpfen

4. Kein Mißerfolg Barnards

5. Blaibergs zweites Leben

6. Herzbanken - keine Utopie

5. Die Herzprothese

8. Wuchern Mythen in der Medizin? Die Überpflanzung unpaarer Organe

9. Organverpflanzung - ärztlich, ethisch, theologisch gesehen Mit der Niere des andern leben

10. Künstliche Blutgefäße

III. Die Mitverantwortung aller

1. Herr Doktor, warum bin ich immer so müde?

2. „Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse"

3. Die Pest unseres Jahrhunderts Auch bei Grippe gilt das 5. Gebot

4. Der Tod im Käse

5. Um den Preis eines Beines Rauchen erzeugt nicht nur Krebs

6. Mörderischer als Kinderlähmung

IV. Umschau

1. Leben ist aggressiv Über moderne Zellforschung

2. Medizinische Strategie Warum immer neue Antibiotica?

3. Keine Alleinschuld des Rhesusfaktors

4. Ein neuer „Affe" unter den Krankheiten

5. Ansteckende Nervenkrankheiten?

6. Chefarzt Computer

gebraucht
Bestell-Nr.: BV10613
Autor/in:    Hans Gödan
Titel:    Heilung des Todes - Vom Aposteldienst moderner Medizin
Preis:    3,00 €
ISBN:    9783761500903 (früher: 3761500904)
Format:    20,5 x 13,5 cm
Seiten:    151
Gewicht:    215 g
Verlag:    Aussaat
Erschienen:    1971
Einband:    Paperback
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren 

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