Der Heilige Geist - Sein Wesen und Wirken, Reuben Archer Torrey

  • Der Heilige Geist - Sein Wesen und Wirken, Reuben Archer Torrey
Die Persönlichkeit des Heiligen Geistes 2. Der Heilige Geist überführt die Menschen von ihrer Sünde 3. Das Werk des Heiligen Geistes bei der Wiedergeburt 4. Wie man ganz und für immer befriedigt wird 5. Die Taufe mit dem Heiligen Geist: Ihr Wesen und ihr Wirken 6. Wer braucht sie und wer empfängt sie 7. Wie man sie empfangen kann 8. Wie man sie jetzt empfangen kann
DIE PERSÖNLICHKEIT DES HEILIGEN GEISTES

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Wir beginnen hier mit einer Serie von Betrachtungen über die Person und das Werk des Heiligen Geistes. Wir beginnen damit, indem wir betrachten, was die Bibel über den Heiligen Geist als Person sagt. Es ist unmöglich, das Wirken des Heiligen Geistes recht zu verstehen oder in das richtige Verhältnis zu dem Heiligen Geist zu kommen und somit ein segensreiches Werk an unserer eigenen Seele zu erkennen, ohne zuvor den Heiligen Geist als eine Person kennenzulernen. Eine ergiebige Quelle des Irrtums und Mißverständnisses, des ungesunden Enthusiasmus, falschen Feuers und Fanatismus ist die, daß wir versuchen, das Werk des Heiligen Geistes kennenzulernen, ehe wir den Heiligen Geist selbst kennen. Darum lautet mein Thema heute: »Die Persönlichkeit des Heiligen Geistes.«
 
Zweifellos wird das vielen von euch als ein ziemlich abstraktes, schwer verständliches und unpraktisches Thema vor einer solchen Zuhörerschaft erscheinen. Ich mache euch keinen Vorwurf, wenn ihr so denkt, denn ich kann mich noch sehr genau an die Zeit erinnern, als ich selbst so dachte. Ich entsinne mich noch der ersten öffentlichen Ansprache, die ich je über das Thema der Persönlichkeit des Heiligen Geistes hörte. Sie wurde von dem verstorbenen Bibellehrer Dr. James H. Brooks von St. Louis gehalten, und zwar in St. Paul im Staate Mmnesota. Wie ich sagte, war es die erste öffentliche Ansprache, die ich über dieses Thema hörte. Natürlich hatte ich im theologischen Seminar schon Vorlesungen darüber gehört, aber dies war eine Ansprache vor der Öffentlichkeit. Als Dr. Brooks mit seiner Predigt zu Ende war, sagte ich mir: »Nun, Dr. Brooks hat seine Behauptung bewiesen; der Heilige Geist ist gewiß eine Person. Aber was macht es eigentlich aus, ob der Heilige Geist eine göttliche Person oder ein göttlicher Einfluß ist, den Gott der Vater, der zweifellos eine Person ist, in unsere Herzen senkt? Jedenfalls ist Er göttlich.«
Aber später erkannte ich, daß das ein riesengroßer Unterschied ist. Durch das Studieren des Wortes Gottes, auf Grund meiner eigenen Erfahrung und der Erfahrungen anderer stellte ich fest, daß die Lehre von der Persönlichkeit des Heiligen Geistes nicht nur grundlegend, sondern auch äußerst wichtig und praktisch ist. Wer den Heiligen Geist nicht als eine Person kennt, ist noch nicht zu einer vollkommenen und abgerundeten christlichen Erfahrung hindurchgedrungen. Wer Gott den Vater und Gott den Sohn kennt, aber Gott den Heiligen Geist nicht kennt, hat noch nicht die rechte Vorstellung von Gott.
 
1. Die Bedeutung der Lehre von der Persönlichkeit des Heiligen Geistes
Zuerst einmal ist die Lehre von der Persönlichkeit des Heiligen Geistes vorn Standpunkt der Anbetung aus von größter Bedeutung. Der Heilige Geist ist eine Person der Gottheit. Viele anerkennen Ihn nicht als solche. Sie halten Ihn nur für einen unpersönlichen Einfluß oder für eine Kraft. Aber dann berauben wir eine Person der Gottheit der Anbetung, die ihr gebührt, der Liebe, des Glaubens, des Vertrauens, der Hingabe und des Gehorsams, der ihr gebührt. Darf ich gerade hier jeden einzelnen fragen: »Bringst du dem Heiligen Geist Anbetung dar?« Theoretisch tun wir es alle jedesmal, wenn wir singen:
»Ehre sei dem Vater und dem Sohne - und dem Heiligen Geiste.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.«
Aber es besteht ein großer Unterschied darin, ob wir etwas theoretisch tun oder ob wir es tatsächlich tun. Es ist ein Unterschied, ob wir nur Worte singen oder ob wir die Bedeutung und die Kraft der gesungenen Worte erkennen.
Vor einigen Jahren erlebte ich ein sehr treffendes Beispiel hierzu. Ich besuchte eine Bibelkonferenz im Staate New York. Dabei mußte ich durch eine Stadt fahren, die vier Meilen von dem Konferenzgelände entfernt lag. In jener Stadt wohnte eine Verwandte von mir. Ich besuchte sie, und sie kam auch mit zur Konferenz. Diese Verwandte war eine Christin. Sie
war viel älter als ich, war schon viel länger gläubig als ich. Sie gehörte der presbyterianischen Kirche an, war mit dein Kleinen Katechismus aufgewachsen und durch und durch orthodox. Ich sprach an jenem Morgen über die Persönlichkeit des Heiligen Geistes. Nach der Ansprache, als wir auf der Veranda des Hotels auf den Autobus warteten, der uns zur Stadt zurückbringen sollte, sagte meine Verwandte zu mir: »Archie, ich dachte nie darüber nach, daß der Heilige Geist eine Person sei.« Nun, ich dankte Gott, daß ich ihn als Person kennengelernt hatte.
 
2. Zum zweiten ist es vorn praktischen Standpunkt aus gesehen von größter Wichtigkeit, daß wir den Heiligen Geist als Person kennen. Wenn du dir den Heiligen Geist, wie so viele Christen es tun, nur als Einfluß oder Kraft vorstellst, wirst du dich ständig fragen: »Wie kann ich den Heiligen Geist bekommen und Gebrauch von Ihm machen?« Aber wenn deine Vorstellung von Ihm der Bibel entspricht, wenn du in Ihm eine Person göttlicher Majestät und Herrlichkeit siehst, wird deine Frage lauten: »Wie kann der Heilige Geist mich bekommen und gebrauchen?« Besteht kein Unterschied zwischen dem Denken des Menschen, des Wurmes, der Gott gebrauchen will, um den Berg zu zerschmettern, und Gott, der den Menschen, den Wurm, benutzt, um den Berg zu zerschmettern? Die erste Auffassung, die Auffassung des Menschen, der sich Gottes bedient, um den Berg zu sprengen, ist heidnisch. Sie unterscheidet sich im wesentlichen nicht von den afrikanischen Fetischanbeter, der sich seines Gottes bedient. Die letztere Vorstellung, der Gedanke, daß Gott der Heilige Geist von uns Besitz ergreift und uns gebraucht, ist erhaben und wahrhaft christlich. Ferner, wenn wir uns den Heiligen Geist nur als Einfluß oder Kraft vorstellen, die wir bekommen und deren wir uns bedienen können, denken wir naturgemäß: »Wie kann ich mehr von dem Heiligen Geist bekommen?« Aber wenn wir uns Ihn der Bibel gemäß als eine Person vorstellen, werden wir fragen: »Wie kann der Heilige Geist mehr von mir bekommen?«
 
Die erste Vorstellung, daß der Heilige Geist nur ein Einfluß oder eine Kraft ist, die wir empfangen und deren wir uns bedienen müssen, führt unvermeidlich zu Selbstvertrauen, Selbsterhebung und einer ganzen Parade des Ich. Wenn du den Heiligen Geist für einen Einfluß oder eine Kraft hältst, über die du verfügen kannst, und dir dann einbildest, du habest den Heiligen Geist empfangen, wird die unvermeidliche Folge davon sein, daß du umherstolzierst, als ob du zu einer höheren Kategorie von Christen gehörtest. Wir sehen sehr viele von dieser Art. Ich denke an eine Frau, die nach Beendigung einer Ansprache anläßlich einer Bibelkonferenz in Northfield zu mir kam und sagte: »Bruder Torrey, ich möchte Sie etwas fragen. Aber vorher möchte ich Sie wissen lassen, daß ich eine Frau voll Heiligen Geistes bin.« Du liebe Zeit, das ließ mich erschauern. Mich überlief es ganz kalt. Es klang gar nicht so.
 
Wenn wir andererseits in biblischer Weise über den Heiligen Geist nachdenken, Ihn uns als Person der Gottheit voll unendlicher Majestät vorstellen, die in unseren Herzen Wohnung macht und uns gebraucht, wie Er will, und nicht, wie wir wollen, führt uns das zur Entsagung an das Ich, zur Selbstverleugnung und Demut. Ich weiß von keinem Gedanken, der geeigneter wäre, einen Menschen in den Staub zu beugen und ihn dort zu lassen, als diese große biblische Wahrheit über die Person des Heiligen Geistes. Er ist eine Person der Gottheit, die in unseren Herzen Wohnung macht und von unserem Leben Besitz ergreift und uns so gebraucht, wie es ihr in ihrer unendlichen Weisheit für geeignet erscheint.
. Die Lehre von der Persönlichkeit des Heiligen Geistes ist vorn Standpunkt der Erfahrung aus gesehen von größter Bedeutung. Tausende und Zehntausende gläubiger Männer und Frauen können eine völlige Umwandlung ihrer Erfahrung und ihres Dienstes bezeugen, nachdem sie den Heiligen Geist als eine Person kennengelernt haben. Diese Ansprache über die Persönlichkeit des Heiligen Geistes, die ich im wesentlichen in fast jeder Stadt hielt, in der ich je eine Versammlungsreihe durchführte, scheint eines der am schwersten verständlichen Themen zu behandeln, die ich vor der Öffentlichkeit anzupacken versuche. Doch nach Schluß dieser Botschaft kommen mehr Menschen zu mir oder schreiben mir später und berichten über persönlich empfangenen Segen als nach irgendeiner anderen Botschaft, die Gott mir jemals zu predigen erlaubt hat.
 
Il. Vier Beweise für die Persönlichkeit des Heiligen Geistes
Es gibt vier verschiedene und deutliche Kennzeichen, die die Persönlichkeit des Heiligen Geistes beweisen.
i. Der erste Beweis für die Persönlichkeit des Heiligen Geistes ist folgendes: In der Bibel werden dem Heiligen Geist alle deutlichen Kennzeichen oder Merkmale einer Persönlichkeit zugeschrieben. Welches sind die deutlichen Kennzeichen oder Merkmale einer Person? Wissen, Gefühl und Wille. Jedes Wesen, welches weiß, fühlt und will, ist eine Person. Wenn man sagt, daß der Heilige Geist eine Person ist, verstehen die Menschen oft darunter, daß der Heilige Geist Hände, Füge, Finger, Zehen, Augen, Ohren, Nase, Mund usw. hat. Nein, das sind nicht die Merkmale einer Persönlichkeit, sondern die Merkmale der Körperlichkeit. 
 
DIE MERKMALE EINER PERSÖNLICHKEIT SIND WISSEN, FÜHLEN UND WOLLEN. JEDES LEBEWESEN, WELCHES WEISS, FÜHLT UND WILL, IST EINE PERSON, OB ES EINEN KÖRPER HAT ODER NICHT.
Wenn unser irdisches Leben zu Ende ist, ehe der Herr wiederkommt, werden wir vorübergehend keinen Körper mehr haben; wir werden »außer dem Leibe und daheim bei dem Herrn« sein (2. Kor. 5, 8). Aber wir werden nicht aufhören, als Personen zu existieren; wir werden noch immer Personen sein, auch wenn wir keinen Körper haben. Ich wiederhole: die Merkmale einer Persönlichkeit sind Wissen, Gefühl und Wille. Jedes Lebewesen, welches weiß, fühlt und will, ist eine Person. Und nun werden in der Bibel alle diese Merkmale, die Merkmale einer Persönlichkeit, dem Heiligen Geist zugeschrieben.
a) Schlagen wir in der Bibel i. Korinther 2, ii auf: »Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als allein der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes.« Hier wird dem Heiligen Geist Wissen zugeschrieben. In andern Worten, der Heilige Geist ist nicht nur eine Erleuchtung, die unsere Sinne erleuchtet und stärkt, damit wir die Wahrheit sehen, die wir sonst nicht entdecken würden. Nein, der Heilige Geist ist eine Person. Er weiß um die Belange Gottes und offenbart uns, was Er selbst weiß.
 
gebraucht
Bestell-Nr.: BN3913-30 Autor/in: Reuben Archer Torrey Titel: Der Heilige Geist - Sein Wesen und Wirken Format: 11 x 18 cm Seiten: 158 Gewicht: 132 g Verlag: Ebner Erschienen: 1966 Einband: Taschenbuch Sprache: Deutsch Zustand: leichte Gebrauchsspuren

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