Das lebendige Wort 13, Die Psalmen I, Psalm 1-72, Brandenburg

  • Das lebendige Wort 13, Die Psalmen I, Psalm 1-72, Brandenburg

Bestell-Nr: BN1681 

Autor: Hans Brandenburg
Titel: Das lebendige Wort  Die Psalmen I
Preis: 8,00 €
ISBN: 3765554138 
Psalm 1 - 72
Diese Auslegungsreihe will die heilsgeschichtlichen Zusammenhänge und die Lebensprinzipien des Alten Testaments für den Bibelleser heute aufschließen und verständlich machen.
Bei den meisten alttestamentlichen Texten wird dabei versweise und unter Bezutzung einer eigenen Übersetzung aus dem Grundtext vorgegangen. Das erleichtert den Gebrauch der Auslegungsreihe für den Mitarbeiter im Verkündigungsdienst. Andere biblische Bücher werden stärker im Überblick und mit Hinweis auf die geschichtliche Situation der Umwelt dargestellt.
Jeder Band ist in sich abgeschlossen und auch einzeln erhältlich.
Das lebendige Wort will zum Bibelstudium anleiten. Es ist ein wertvolles Hilfsmittel für Mitarbeiter in der Gemeinde, im Haus- und Jugendkreis. 
Verlag: Brunnen 
Jahr: 1958 
Einband: Paperback 
Ort: Gießen 
Auflage: 6. Auflage 
Seitenzahl: 262 
Format: 13x19cm 
Sprache: Deutsch 
Zustand: leichte Gebrauchsspuren 
Gewicht: 207 g 

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ERSTES BUCH
Psalm 1
(1) Selig ist, wer sein Leben nicht in der Art der Frevler führt und niait wie die Übertreter handelt und sich nicht finden läßt
in der Gesellschaft der Spötter,
(2) sondern der am Worte Gottes sein Gefallen hat und immerfort darüber nachsinnt. (3) Darum
gleicht er dem an den Wasserströmen gepflanzten Baum, der zur rechten Zeit Frucht bringt und dessen Laub nicht welkt. Alles,
was er tut, das gelingt. (4) So sind die Frevler nicht, sondern wie die vom Winde verwehte Spreu. (5] Deshalb bleiben sie im
Gericht nicht stehen und die Übertreter auch nicht in der Gemeinde der Gerechten. (6) Denn Jahve erkennt den Weg der
Gerechten; der Weg der Gottentfremdeten aber führt in den Untergang.
Die beiden ersten Psalmen tragen keine Überschrift. Das ist auffallend. Wir dürfen annehmen, daß sie beide wie ein Motto vor die
Psalmensammlung gesetzt sind. Psalm 1 spricht von der Freude am
Worte Gottes und von ihrer Wirkung, Psalm 2 von der KönigsherSchaft des kommenden Christus. Psalm 1 preist das Gesetz als Willenskundgebung und Lebensanweisung Gottes, Psalm 2 ruft zur
Huldigung des Christus. Gesetz und Evangelium, Anspruch und Verheißung — darum geht es im Psalmengebet und im Lobgesang der Gemeinde.
Der erste Psalm beginnt mit einer Seligpreisung: „Selig ist ..."
Der zweite Psalm schließt mit einer Seligpreisung: „Selig sind alle, die ihm vertrauen." Mag im Psalter manch Jammer und Klage laut
werden, mögen Angst oder gar Verzweiflung zu Worte kommen — schließlich mündet doch alles in das große Halleluja des 150. Psalms:
„Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!"
V. 1. Seligpreisungen lesen wir im Psalter oft (32,1.2; 40,5; 41,2; 84,5.6.13 ; 112,1 ; 110,1 u. a.). Hier wird allerdings die Seligpreisung
verneinend unterbaut. Wer Gemeinschaft mit Gott sucht, muß sich lösen können. Es geht nicht ohne Separation. „Der wahrhaft glückliehe Mensch trennt sich vom gottfeindlichen Wesen" (Kraus, 3).
Es geht nicht ohne Bruch. Auf dieser Erde gibt es nur einen Dennoch Glauben. Das Ja zu Gott findet nur, wer ein Nein zur Welt findet.
Es „weiset darauf, daß in dieser allgemeinen und grundverderbten Welt niemand ein Gerechter ist, sondern es durch die unwandelbare
Gnade erst wird", schreibt Emil Taube (10). In dreifacher Weise wird die gottfeindliche Welt charakterisiert: Ihre Gesinnung ist gottfremd, sie übertritt Gottes Gebote, und sie spottet mit dem Munde.
Aus der frevelhaften Gesinnung folgt die ungebundene Handlungsweise. Sie führt schließlich dazu, das Heilige zu verhöhnen. Wer Gemeinschaft mit Gott sucht, bekämpft in sich jene Sinnesart, hütet sich vor dem Irrweg der Übertreter und meidet die Gesellschaft derer,
die für Gottes Sache nur Spott haben.
V. 2. Das alles tut er aber nicht aus Weltflucht oder Lebensverneinung. Im Gegenteil: Der Gottesmensch hat eine Quelle der Lebens*
freude gefunden, die er gegen nichts eintauscht. Er hat Gefallen gefunden am Worte Gottes. Die Thora (das Gesetz) ist ihm nicht
eine Sammlung von Vorschriften, die das Leben einengen, sondern die Offenbarung des guten und heiligen Willens Gottes. Hier spricht
Gott. Hier bringt er das Leben der Seinen in eine göttliche Ordnung. Seine Stimme zu hören, seine Absichten und Verheißungen zu erkennen, ist reine, hohe Lebenslust. Tag und Nacht kann der Gerechte,
wie er in V. 5 und 6 genannt wird, über Gottes mitteilendes Wort sinnen und im Zwiegespräch mit Gott verweilen. Von dieser Freude
an Gottes heiligem Wort singen auch andere Psalmen (etwa 19, 8ff. und das Hohelied des Wortes Gottes 119, besonders in den Versen
24, jj, 92, 143, 162 u. a.). Es geht hier nicht um das Reden über Gottes Gesetz. Der Ausdruck spricht vielmehr vom Sinnen und
Meditieren, zu dem jede Zeit recht ist.
V. 3. Im Worte Gottes fand der Fromme das Lebenswasser, in das er seine verborgenen Wurzeln senkt. Hier ist er festgepflanzt.
Er ist nicht als Wildling hier gewachsen, sondern in diesen Gnaden» boden erst eingepflanzt. Er wankt nicht und tastet auch nicht nach
anderem Lebensinhalt. Wie der gut getränkte Baum seine Frucht bringt, wenn die Zeit der Lese, der Ernte, da ist, so bleibt auch solch
Leben, das sich aus Gottes Wort nährt, nicht ohne Sinn und Ertrag. Das ähnliche Bild finden wir oft in der Bibel (z. B. Jer. 17, 8; Hesek.
 
17, 5fr".; Ps. 92,13Ä.)- Sein Laub vertrocknet nicht. „Unter der Gnade ist kein Verfall" (Emil Taube, 11). Ein solcher bleibt geschmückt vom Segen Gottes. Ohne Bild gesprochen: „Was er anpackt, das gelingt ihm." Ein Mann der gesegneten Hand! Ähnlich wird von Joseph gesprochen. Ob er als Sklave in Potiphars Haus oder im Gefängnis inhaftiert ist — „alles, was er tat, dazu gab Jahve Gelingen" (1. Mose 39, 3Íf. und 21). Gottesfurcht und Umgang mit Gottes Wort machen tüchtig zum Leben.
V. 4. Sind die Gerechten von Gottes Wort befruchtet und gesegnet wie tragende Obstbäume, so sind die Gottentfremdeten wie Stroh
und Spreu. Auf der hochgelegenen Tenne worfelt der Bauer Palästinas sein Korn. Was Inhalt und Gewicht hat, fällt nieder; die leere
Spreu verweht der Wind. Das Bild von der Spreu ist nach allen Seiten hin treffend und eindrucksvoll. Ohne Gewicht und Inhalt und
doch in großer Menge liegt sie in Haufen da. Die Spreu ist haltlos und ohne Wert, leere Hülsen ohne Leben. Spätestens am Gerichtstag
wird offenbar werden, ob unser Leben einen Inhalt hatte, den Gott anerkennen kann. Das Bild nahm Johannes, der Täufer, in seine Bußpredigt auf.
V. 5. Vom Gerichtstag spricht der vorletzte Vers. Die Frevler werden im Gericht nicht bestehen. Das könnte heißen, daß der Angeklagte vor dem Richter am Boden liegt oder kniet und kein Verurteilter aufstehen darf. Er hat also nicht nur keinen Bestand, sondern ist im Gericht niedergeworfen — „gewogen und zu leicht
befunden" (Dan. 5, 27). Am Gerichtstag wird die verborgene Natur des Menschen offenbar. Der freche Übertreter ist aus der Gemeinde Gottes ausgeschlossen. Sind die Gerechten, auf denen Gottes Wohlgefallen ruht, auch nur die kleine Herde gegenüber der Masse der Spreu, so sind sie doch nicht allein. Dieser Psalm kennt kein Eremitentum. Es gibt eine Gemeinde der Gerechten. Wir werden ihr in den Psalmen noch oft begegnen. Es ist die Herde des Guten Hirten.
V. 6. Den Lebensweg des Gerechten, den Wandel und seine Richtung, kennt Jahve. Das heißt hier mehr als: Er weiß darum Bescheid. Gott anerkennt vielmehr dieses Leben und gibt ihm sein Wohlgefallen. Der Lebensweg aber dessen, der sich von Gott löste und ihn nicht sucht, verliert sich ins Verderben. „Mit der Entscheidung bringt das Ende zugleich die Scheidung" (Emil Taube, 12).
Der Psalm spricht im Stil der Weisheit. Hier redet ein abgeklär* ter Frommer, der seine reiche Erfahrung der Gemeinde der Treuen weitergibt. Wie Jesus seine Bergpredigt mit den Seligpreisungen beginnt, so bezeugt auch hier Gottes Volk: Es ist ein glückseliger Weg durchs Leben, wenn dieses am Worte Gottes orientiert ist. Hier findet es Halt und Lebenskraft. Hier ist Freude und Zuversicht.
Auf diesem Weg wird das Ziel erreicht. Wer aber auf Gottes Wort verzichtet, dessen Leben verfliegt und verweht und endet im Verderben. „Das Neue Testament verkündigt, daß Jesus Christus, der uns von Gott zur Gerechtigkeit gemacht ist (1. Kor. 1, 30), das dem
alttestamentlidien Psalm vorschwebende und bereits freudig ergriffene Urbild erfüllt hat. Seine Speise war es, den Willen dessen zu tun, der ihn gesandt hat (Joh. 4, 34). Durch ihn und in ihm erkennt 
und erfährt die Gemeinde des Neuen Bundes jenes allein in der mitteilenden und schenkenden Kraft Gottes begründete freudige
Lebensverhältnis zur Bibel, wie es in Psalm 1 geschildert wird." (Kraus, 10.)
(1) Warum murren die Völker und weshalb planen die Nationen so Sinnloses? (2) Die Könige der Erde versammeln sich, und die Großen verbünden sich gegen Jahve und seinen Christus. (3) „Laßt uns ihre Fesseln zerreißen und ihre Stricke von uns abwerfenl" (4) Der im Himmel Thronende lacht, der Allherr spottet
ihrer. (5) Einst wird er mit ihnen in seinem Zorn reden, und in seinem Grimm wird er sie erschrecken. (6) „Ich selbst weihte meinen König auf Zion, dem Berge meines Heiligtums." (j) Idi will das Dekret Jahves kundtun. Er sprach zu mir: „Mein Sohn bist
du. Ich selbst habe dich heute gezeugt. (8) Bitte von mir, und ich werde dir die Nationen zum Erbteil geben und zu deinem Besitz
die Enden der Erde. (9) Du wirst sie mit einem eisernen Zepter  zerschlagen, wie Tongefäße sie zertrümmern/' (10) Und nun, ihr
Könige, nehmt Vernunft an! Laßt euch zurechtweisen, ihr Richter der Erde! (11) Dienet Jahve mit Furcht! Jubelt, (aber) mit Zittern!
(12) Küßt den Sohn [oder: Küßt ihm die Füße], daß er nicht zürne und ihr auf dem Wege untergeht, denn in Kürze wird sein Zorn
entbrennen. Selig sind alle, die ihm vertrauen!
Während der erste Psalm in großer Schlichtheit uns zur Einfalt des Glaubens ruft, der sich der Anrede Gottes freut und durch das
Wort Gemeinschaft mit Gott findet, gibt uns der zweite Psalm nicht geringe Rätsel auf. Es ist schwer zu bestimmen, in welcher Zeit er
entstand; nicht einmal der Anlaß seiner Entstehung ist erkennbar. Wir wissen, daß das Neue Testament den Psalm messianisch versteht
— und wie sollte man daran vorüberhören? Doch auch die Propheten sprachen ihre Verheißungen nicht ohne Bezug auf ihre Gegenwart.
Delitzsch sagt: „Das Alte Testament kennt kein Königtum, dem die Weltherrschaft verheißen und die Sohnschaft zugesprochen (2. Sam.
7, 13. 14; Ps. 89, 28), als das davidische" (73f.). Die Sprache des Psalms klingt aber jünger als die Sprache aus Davids Zeit. Welche
Zeitereignisse diese Prophétie auslösten, wissen wir nicht. Wir glauben nicht, daß hier ein bestimmter geschichtlicher König vom Dichter
verherrlicht wird. Wohl aber geschieht es in den Psalmen, daß über dem Lob eines irdischen Königs der Blick des Psalmdichters sich
prophetisch erweitert und den zeitgeschichtlichen Raum verläßt. Wir gewinnen einen eschatologischen Horizont. Wie sollten wir von
Prophétie sprechen, wenn wir dieses nicht anerkennen wollten? 
Darum ist in solch einem Fall die Frage nach dem „Sitz im Leben" nicht wichtig. Wir suchen vielmehr solch ein Psalmwort als Kinder
des Neuen Bundes zu verstehen, für die es durch Jesus ein neues Licht bekam. Zugleich stimmen wir Rudolf Stier (gest. 1862), jenem
gelehrten und kampffreudigen Pfarrer aus Frankleben bei Mersebürg, bei. In seiner Auslegung ausgewählter Psalmen sagt er, daß
„der Geist den Propheten auszusprechen verlieh, was zuweilen weit über ihren eigenen Begriff hinausreichte" (I, VII). „Ob und wieweit
der damalige Verfasser sich das, was wir so im Geistesworte finden, schon dabei gedacht habe oder nicht, darüber enthalten wir uns allen
unnützen Streites und jeder unmöglichen Entscheidung" (I, VIII). Vgl. dazu Joh. 11, 51!
Wir sehen also hier an zweiter Stelle des Psalters einen dramatisch aufgebauten Psalm, der uns in die messianische Zeit versetzt.
Geht vom ersten Psalm ruhige Gewißheit und Zuversicht aus, so
führt der zweite mitten in den Kampf zwischen Gottesreich und Weltstaat.
V. 1. Mit einem erstaunten „Warum" beginnt der Vers und läßt uns sofort teilnehmen an einem mit wenigen lebendigen Sätzen geschilderten Geschehen. Wir stehen mit dem Psalmisten auf hoher Warte. Wir hören das grollende und drohende Murren der Völker wie eine Meeresbrandung. Wir werden eine ähnliche globale Unruhe in Psalm 46 wiederfinden. Die Völker der Erde sind in Wallung geraten, und die Nationen scheinen einen Aufstand gegen den zu
planen, der Herrschergewalt über sie hat. „Sie sinnen Sinnloses", muß man wörtlich übersetzen. Was sie wollen, ist aussichtslos. Wir
aber hören sie flüstern und verhandeln untereinander. V. 2. Das Bild wird in V. 2 deutlicher. Es scheint eine Weltkonferenz aller Regierungen stattzufinden. Die Könige der irdischen Staaten versammeln sich. Die Großen der Welt, Fürsten und Macht»
haber, verbünden sich und ratschlagen. Nun hören wir auch, gegen wen sie rebellieren: gegen Jahve und seinen Gesalbten, den Christus.
Es geht offenbar um die antichristliche Empörung der Letztzeit, von der viele Propheten reden (Micha 4, nf.; Joel 4, 9ft.; Sach. 14, 2ff.;
Offb. 16, 14. 16 u. a. ). Im Haß gegen Jahve und seinen Christus werden sich die Völker der Erde einigen. Die Könige der Erde —
gegen den König Gottes! 
V. 3. Jetzt werden gar laute Rufe hörbar. „Wir wollen niait, daß dieser über uns herrsche!" (Luk. 19, 14.) Wir wollen sein Joch nicht tragen. Wir wollen an ihn nicht gebunden sein. Laßt uns alle Fesseln zerreißen und die Stricke wegschleudern! „Vielleicht wird damit ein verächtlicher Seitenblick getan zu den wenigen, welche dem Messias Gottes gehorchen: Wir wollen uns nicht binden lassen wie jene!"
(Stier I, 205.) Autonomie heißt das Schlagwort unserer Zeit. Wir wollen uns selbst das Gesetz sein und keine Autorität über uns
dulden.
 
Psalm 2
V. 4. Im starken Gegensatz zur brodelnden Unruhe auf Erden schauen wir den Allherrn, der „in unnahbarer Erhabenheit" (Delitzsch) im Himmel thront. Der Psalmist scheut sich nicht, in diesem Satz vom heiligen Gott in sehr menschlichem Bilde zu sprechen. Er will uns den Gegensatz zeigen: dort die planenden, verhandelnden, drohenden Völker, hier der Ewige, der seiner Gegner spottet und ihrer lacht. Er ist der allmächtige Gebieter. „Diese Vision vom lachen=
den und spottenden himmlischen Herrn ist eine Botschaft von unerhörter prophetischer Wucht", schreibt Kraus (17).
V. 5. Doch wird der Spott über seine Feinde sich in grollenden Zorn und schrecklichen Grimm wandeln. Delitzsch sagt: „5a ist wie ein rollender Donner, 5b wie der einschlagende Blitz" (76). Das „Einst" ist nicht datiert. Es ist Gottes Stunde. Es ist der Tag Jahves, von dem die Propheten sprachen und von dem Jesus sagt, es gebühre uns nicht zu wissen Zeit und Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat (Apg. 1, 7), selbst der Sohn wisse sie nicht (Mark.
13/ 32)- V. 6. Und doch ist damit kein Aufschub gegeben. Wir hören Gott selbst reden. Man könnte übersetzen: „Während dodi idi meinen
König eingesetzt habe." Ich selbst! Mit Betonung ist es gesagt. „Aus Zion geht das Lidit Gottes auf", werden wir in Psalm 50 lesen. Mit
dieser Einsetzung des Königs Gottes ist alles geschehen, um jene Könige der Erde abzuwehren, die vergessen, wem sie ihre Kronen verdanken. Im Gegensatz zu allen Erdenmächten sagt Gott: „meinen König". — Dieser Vers ist der Mittelpunkt des ganzen Psalms. Der Christus Gottes ist da — wer kann, wer wollte ihm widerstreben?
V. 7. Und nun spricht der von Gott geweihte König selbst. Er tut Jahves Dekret oder Manifest kund. Er bekennt, was Gott ihm gesagt hat. Er ist das Sprachrohr Gottes und eingesetzt, Gottes heiligen Willen auszuführen. „Er kündet Gottes Festsetzung als erstes Reichsgrundgesetz." — „Mein Sohn bist du!" Mit dieser Erklärung ist dem Gesalbten Gottes die Vollmacht gegeben, an Gottes Statt zu handeln, in seinem Namen das Weltregiment zu fuhren. „Der erwählte König wird auf die Seite Gottes gezogen, er wird zum Erben und Repräsentanten seiner Herrschaft" (Kraus, 19). 

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