Nahe bei Dir, Entdeckungen im Buch Ruth, Roy Hession

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Entdeckungen im Buch Ruth
Die biblische Ruth war eine verarmte Witwe, als sie ihr Schicksal in die Hand des Mannes legte, der allein sie nach dem Gesetz aus allen Schulden "auslösen" konnte. Und so wie sie in jener Nacht unter den Schutzmantel ihres Retters kroch, so ruft Gott uns alle aus jeder erdenklichen Notlage und Schuldverstrickung unter den Schutz seiner wärmenden Liebe und Gnade.

 

Das ist das große Thema des kleinen Buches Ruth. Es zeigt uns auf besondere Weise, was Erlösung, Erweckung, Erneuerung und Wiedergeburt für uns persönlich bedeuten.

gebraucht
Bestell-Nr.: BN7453-20
Autor:       Roy Hession
Titel:     Nahe bei Dir, Entdeckungen im Buch Ruth
ISBN:    3882241322
Verlag:     Francke
Jahr:    1979
Einband:     Taschenbuch
Seitenzahl:     109
Format:     19.5x12,5cm
Zustand:     leichte Gebrauchsspuren
Gewicht:     110 g

Vorwort

Eine persönliche Not wurde für mich zum Anlass, das Buch Ruth aufs Neue zu studieren, und dies wird auch immer der beste Anlass sein, die Bibel tiefer verstehen zu lernen. Als ich mich vor einiger Zeit in geistlicher Hinsicht gerade auf einem gewissen Tiefpunkt befand, hörte ich von einer Schallplatte die Klänge und Worte eines Liedes, das mir völlig neu war:

„Bedecke mich, bedecke mich,

Breit' deines Mantels Saum ganz über mich.

Denn du bist mir der nächste Verwandte!

Bedecke mich, bedecke mich, bedecke mich!"

Es gründet sich auf die Worte, die Ruth zu Boas in Kapitel 3, 9 sagt: „Breite den Zipfel deines Gewandes über deine Magd, denn du bist ein naher Verwandter." Ich war innerlich sehr bewegt, während ich das hörte. Ich sah, dass ich in geistlicher Hinsicht ebenso arm dran war wie Ruth, aber ich sah Jesus als meinen nächsten Verwandten, als meinen Boas, der das Recht hatte, mich aus meiner damaligen Notlage zu erlösen. So betete ich in ähnlichen Worten zu Gott, wie Ruth sie dem Boas gegenüber ausgesprochen hat. Ich bekannte ihm meine Not und bat ihn, sein Gewand über seinen irrenden Knecht zu breiten - das heißt, ich bat ihn, er möge sich meiner annehmen und mich aufs Neue befreien. Und das hat er an jenem Tage auch getan.

Seitdem habe ich den Chorus immer wieder gesungen, und dabei ist mir die besondere Bedeutung jener Worte „Breit' deines Mantels Saum ganz über mich" erst richtig aufgegangen. Ich habe manchmal empfunden, dass mein Herz so kalt war, und dann habe ich mich gefragt, ob der Mantel seiner Gnade sich wirklich bis zu mir erstreckt. Aber solchen Befürchtungen und Zweifelsgedanken hätte ich gar keinen Raum zu geben brauchen, denn ich habe entdeckt,

dass jener Mantel aus einem Material besteht, das sich wunderbar strecken lässt, und dass die Gnade Gottes gerade für jede nur erdenkliche Notlage und Schuldverstrickung da ist. In dem Sinne beschrieb auch Charles Wesley die Liebe Gottes:

„So weit ist sie und schließet  alle ein;und so ging sie an mir auch nicht vorbei. «

So habe ich mich aufs Neue in das Buch Ruth vertieft, aus dem jenes Wort so zu mir gesprochen hatte. Daraus entstanden die herzbewegenden Kapitel dieses kleinen Buches, und ich bete, dass es auch dem Leser so gehen möge und dass diese Zeilen ihm eine neue Schau über Jesus als „unserem nächsten Verwandten" vermitteln möchten.

Selbst Leute, die meinen, sie seien mit dem Büchlein Ruth vertraut, haben oft in Wirklichkeit nur eine oberflächliche Kenntnis der Geschichte; gewisse Einzelheiten, Feinheiten und tiefe Wahrheiten, die sehr wesentlich sind, um die Botschaft des Buches verstehen zu können, haben sie übersehen bzw. noch gar nicht entdeckt. So ging es auch mir - bis ich mit der vorliegenden Studie des Buches Ruth begann. Ich habe gefunden, dass diese Geschichte extrem kurz gefasst ist und dass es darin keine nebensächlichen Bemerkungen gibt; jede Aussage ist wesentlich für den Verlauf der Handlung in der Geschichte und ein wichtiger Bestandteil der Botschaft, die dieses Buch für uns enthält. Das bedeutet, man kann auch die geringfügigste Aussage nicht einfach weglassen in der Meinung, sie sei nebensächlich. Ich würde es dem Leser daher sehr empfehlen, immer wieder einmal in den Bibeltext selbst hineinzuschauen, damit er sich die Einzelheiten der Geschichte neu vergegenwärtigen kann.

1. Errettung und Erweckung in dem Buch Ruth

Während ich dieses reizvolle Buch, das nur vier Kapitel umfasst, studierte, habe ich entdeckt, dass es eine Geschichte ist über das große Thema „Erlösung". Mit „Erlösung" hat es insofern zu tun, als diese ganze Geschichte sich auf ein altes Gesetz Moses gründet, das folgende Bestimmung enthält: Wenn ein Mann Ländereien, die Eigentum seiner Familie sind, wegen Verarmung verkaufen muss, soll sein nächster Verwandter diese wieder einlösen und für ihn zurückkaufen (3. Mose 25,23-25). Bei jeder Verhandlung über den Verkauf von Landbesitz war man sich über diese bestehende Klausel völlig im Klaren. Landbesitz hat man immer mit dem Vorbehalt gekauft, dass irgendein naher Verwandter des bisherigen Besitzers—falls es einen solchen gäbe und dieser die Mittel besaß - jederzeit das Recht habe, dieses Land für seinen Bruder wieder zurückzukaufen, und jener Käufer durfte sich nicht weigern, es wieder zurückzugeben. Und ein solches Recht bestand nicht nur in Bezug auf Wiedereinlösung von Landbesitz, auch Personen konnten auf diese Weise wieder freigekauft werden. In 3. Mose 25,47-48 wird uns ein Fall geschildert, wie ein Mann nicht nur allen seinen Landbesitz, sondern auch sich selbst einem andern als Sklaven verkauft hat, um so womöglich seine Schulden bezahlen zu können.

Selbst in einem solchen Fall wird hier bestimmt, er solle „das Recht haben, wieder frei zu werden".
In jedem fünfzigsten Jahr, das das „Jubeljahr" genannt wurde, kam in jedem Fall alles Land wieder in den Besitz des ursprünglichen Eigentümers, und ein jeder Sklave wurde freigelassen, so daß er zu seiner Familie zurückkehren konnte (3. Mose 25, 8-17). In jenem großen Fest-Jahr wurde durch Blasen von Trompeten im ganzen Land die Freiheit proklamiert, und es wurde angeordnet, daß „ein jeder von euch wieder zu seinem Besitz kommen und ein jeder zu seiner Familie zurückkehren soll." Aber fünfzig Jahre bedeuteten eine lange Wartezeit; manch einer würde das nächste Jubeljahr gar nicht mehr erleben und somit niemals mehr in den Besitz seines Landes kommen oder mit seiner Familie vereinigt werden. So wurde es als ein wohltuendes Gesetz empfunden, daß dem nächsten Verwandten das Rückkaufsrecht verliehen wurde. Dieses Gesetz wurde gegeben, damit jedem Betroffenen die Möglichkeit offen bleibt, gegebenenfalls schon vor dem fünfzigsten Jahr wieder in den Besitz des Landes bzw. der Freiheit zu gelangen.
Solch ein naher Verwandter eines Verarmten oder Versklavten, der das Recht hatte, für diesen einzutreten, hatte im Hebräischen einen speziellen Namen: er wurde mit ‚ ‚goel" bezeichnet, und dieses Wort wird im Buch Ruth (in der englischen Übersetzung) mit „naher Verwandter" wiedergegeben. Jedoch an anderen Stellen im Alten Testament wird es meistens mit „Erlöser" übersetzt. Wenn Sie also beim Lesen des Alten Testaments auf das Wort „Erlöser" stoßen, dann können Sie in den meisten Fällen annehmen, daß es sich um dieses Wort „goel" handelt mit allen Bedeutungen, die wir mit dem Erlöserbegriff verbinden.
Darüber hinaus hatte ein Mann, dessen Bruder ohne Nachkommen verstorben war, nach dem Gesetz Moses die Pflicht, die verwitwete Schwägerin zur Frau zu nehmen und so seinem Bruder einen Nachkommen zu verschaffen, der den Namen seines Bruders tragen und dessen Land erben sollte (5. Mose 25, 5-10). Ohne diese Vorkehrung würde der Familienbesitz, der unter Josua jedem Stamm zugeteilt worden war, dieser Familie verlorengehen und die Familie selbst würde aussterben. Nach dem Gesetz in 5. Mose 25 hat nur der Bruder des Verstorbenen diese Pflicht, aber aus dem Zusammenhang der Geschichte im Buche Ruth geht hervor, daß man damals der Ansicht war, dem nächsten Verwandten, dem „goel", sei er nun der Bruder oder ein naher Verwandter, komme diese Pflicht zu.
Das Buch Ruth gründet sich auf diese beiden wohltuenden Gesetze Moses und stellt ein vollkommenes Beispiel innerhalb der Heiligen Schrift selbst dar, das uns zeigt, wie diese Bestimmungen sich in der Praxis auswirkten - es ist wirklich eine schöne Geschichte.
Das Schlüsselwort finden wir in Ruth 3, 9, wo Ruth zu Boas sagt: „Ich bin Ruth, deine Magd. Breite den Zipfel deines Gewandes über deine Magd, denn du bist ein naher Verwandter", ein ‚ ‚goel". Es verstieß keineswegs gegen den Anstand, daß sie ihn in jener Nacht in der Dresch-Tenne bat, er möge seinen Mantel über sie breiten. Es war eine symbolische Handlung, bei der sie sich auf jenes Gesetz berief und erwartete, daß er als ein „goel" von seinem Recht Gebrauch machen, das verlorene Erbe ihrer Familie zurückkaufen und sie heiraten würde. Sie war bedürftig und verarmt, und so berief sie sich auf das Gesetz, das Gott gegeben hatte, und vertraute, daß er und Boas auch dazu stehen würden.
Erlösung ist die größte Tat, die Gott in seiner Gnade tun kann; auf diese Gnade ist alle Wirksamkeit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes gerichtet.
Es sind zwei große Werke, die Gott vollbracht hat; das erste ist die Schöpfung und das zweite die Erlösung. 
Sein erstes Werk, die Schöpfung, wurde durch Satan verdorben. Aber deshalb hat Gott sein Werk nicht aufgegeben. 
„Da machte er ein anderes Gefäß daraus, wie es ihm gefiel" (Jer. 18, 4) -

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