Was heißt eigentlich: Ich glaube?! Gerhard Bergmann

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Stehet im Glauben Mißverständnisse des Glaubens: eine Quelle des Unglaubens Kaum wird etwas so sehr mißverstanden wie der Glaube. Das Wort Glaube muß in einem dreifachen Sinn unterschieden werden:
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1. im Sinn des täglichen Sprachgebrauchs. Hier hat das Wort „ich glaube" die Bedeutung von „ich weiß es nicht genau" - z. B. ob ich das Buch schon zurückgegeben habe oder nicht.
2. im Sinn des allgemein Religiösen und Weltanschaulichen. Da sagt man: „Der eine glaubt dies, der andere glaubt das. Jeder sei seiner Meinung gewiß."
3. im Sinn Jesu Christi und der Heiligen Schrift.
Leider wird nun dieser dreifache Sinn von sehr vielen Menschen nicht unterschieden, sondern völlig durcheinandergewirbelt. Dann bleiben verhängnisvolle Mißverständnisse nicht aus.
Eine weitere Ursache für Mißverständnisse besteht darin, daß der Inhalt des christlichen Glaubens falsch verstanden wird. Man sieht den christlichen Glauben im Spiegel der Verzerrung.
Mißverständnisse - welche es auch immer sein mögen
- verleiten dann vielfach zur Ablehnung des Glaubens.
Der bekannte englische Philosoph Bertrand Russel befaßt sich - wie jeder Mensch - auch mit den Fragen des Glaubens und kommt zu der ungeheuerlichen Meinung, „daß die Religion eine Krankheit" sei. Ja: „Die Religion ist eine Macht des Bösen. . ." An anderer Stelle lesen wir bei ihm: „Christus befahl, daß wir wie die kleinen Kinder werden sollen. Kleine Kinder kennen die Differenzialrechnung nicht, sie kennen die Grundsätze des
 
Geldverkehrs oder die Kampfmittel gegen die verschiedenen Krankheiten nicht. . ." - Solch ein Mißverständnis aus der Feder eines schier weltbekannten Philosophen! Kaum zu glauben! Dabei liegt doch offen am Tage, daß der Vergleich mit den Kindern etwas völlig anderes besagen will. Er möchte uns an die Einfalt, die Gläubigkeit und das Vertrauen eines Kinderherzens erinnern - Eigenschaften, die wir bei den „Grundsätzen des Geldverkehrs" so dringend benötigen. Aber wenn jemand solchen Mißverständnissen des Glaubens zum Opfer fällt, sind wir nicht verwundert, wenn er zu schreiben vermag: „Die Religion verhindert, daß unsere Kinder eine vernünftige Erziehung erhalten." Ja, dieser Philosoph kann sich versteigen und schreiben: „Es ist möglich, daß die Menschheit an der Schwelle des goldenen Zeitalters steht. Wenn das wirklich so ist, dann muß zuerst das Ungeheuer erschlagen werden, das das Tor zu diesem goldenen Zeitalter verschließt. Dieser Drache ist die Religion. .
Die Frage, die sich einem angesichts solch einer Illusion einerseits - Traum vom goldenen Zeitalter - und solch einem Vernichtungsurteil andererseits - Religion ein Drache - aufdrängt, lautet: Liegt die Wurzel zum Mißverständnis des Glaubens hier noch im Intellektuellen (Verstandesmäßigen), oder liegt sie nicht vielmehr bereits im Willensmäßigen? Gehört dieser Philosoph bereits zu den Menschen, von denen das Wort Gottes sagt: „Sie wollen nicht, daß dieser (Jesus Christus) über sie herrsche"? Die Antwort können wir nicht geben. Sie muß sich der Philosoph vor seinem eigenen Gewissen in stiller Stunde selber geben. Jedenfalls sagt die Heilige Schrift: „Gott läßt's den Aufrichtigen gelingen."
Viel ernster zu nehmen ist hingegen der Leiter des Nachtstudios im Bayerischen Rundfunk, Dr. Gerhard Szczesny. Er hat ein Buch geschrieben mit dem Titel: „Die Zukunft des Unglaubens". Dieses Buch bat erhebliches Aufsehen erregt und erlebt wiederholte Auflagen.
Sie beweisen, wie sehr die Menschen den Fragen von Glaube und Unglaube nachgehen. Um so dringender ist es geboten, durch eine klare Darstellung Antwort auf die Frage nach dem Glauben zu geben und Menschen aus evtl. Fallstricken der Mißverständnisse zu befreien.
Auch ein weiteres Werk unserer Tage „Was halten Sie vom Christentum?" läßt die zerstörende Wirkung des schleichenden Giftes der Mißverständnisse bei etlichen Befragten erkennen. Da ist z. B. der freie Schriftsteller Arno Schmidt. In seiner Stellung zum Glauben schreibt er über Jesus Christus unter anderem: Jr verstand weder Griechisch noch Römisch... Er war mit Homer und Plato ebenso unbekannt wie mit Phidias und Eratosthenes: was ein solcher Mann behauptet, ist für mich von vornherein indiskutabel!" Welch ein Mißverständnis ist es doch, die Bedeutung Jesu Christi von angelernten humanistischen Schulfertigkeiten abhängig zu machen! Und außerdem: welch eine Arroganz und Selbstüberschätzung steht doch hinter solch einem Satz! Von vornherein indiskutabel ist das Doppelgebot Jesu: „Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt und deinen Nächsten wie dich selbst." Indiskutabel bleibt das Wort Jesu: „Alles, was euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch." Indiskutabel ist die zentnerschwere Weisung: „Liebet eure Feinde, tut wohl denen, die euch hassen!' Ich glaube, wer mit solchen Mißverständnissen behaftet ist, wie sie sich bei Arno Schmidt kundtun, muß sich Mühe geben, daß er überhaupt noch ernst genommen wird.
 
Glaube und Naturwissenschaft
Wiederum viel ernster zu nehmen ist der Problemkreis christlicher Glaube und Nati.irwissenschaft. Auch er gibt häufig zu Mißverständnissei Anlaß. Viele meinen, besonders der Glaube und die Naturwissenschaft bildeten...
gebraucht
Bestell-Nr.: BN7190
Autor/in: Gerhard Bergmann
Titel: Was heißt eigentlich: Ich glaube?!
Preis: 2,90 €
Format: 18,5 x 12 cm
Seiten: 39
Gewicht: 55 g
Verlag: Schriftenmissions Verlag
Auflage: 4. Auflage
Erschienen: 1967
Einband: Heft/Zeitschrift
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren

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