Vom Geheimnis der Bibel, Gerhard Bergmann

  • Vom Geheimnis der Bibel, Gerhard Bergmann

Der heiß entbrannte Kampf um die Autorität der Heiligen Schrift macht es zu einem dringenden Gebot, die Glieder unserer Landes- und Freikirchen zuzurüsten. Intensive Schulung tut not.

Es war auf der Konferenz der Deutschen Evangelischen Allianz in Siegen. Die leitenden Herren und Brüder hatten mich gebeten, über das Thema zu sprechen: „Die Herrlichkeit des Wortes Gottes." Ich mußte denken: welch ein Vertrauen zur Bibel bekunden doch die maßgeblichen Veranstalter durch solch eine Formulierung des Themas!
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Wieso? Nun, dadurch möchten sie nämlich bezeugen, daß die Bibel für sie nicht Gottes Wort enthält, sondern Gottes Wort ist. Leider ist dies keineswegs mehr selbstverständlich. Gleich zu Anfang meines Referates machte ich die große Versammlung auf die heutige Problematik aufmerksam, die sich hinter dem Thema verbirgt. Ich sagte den 3500 Menschen, daß über das gestellte Thema auch ein liberaler Theologe einen sehr guten Vortrag halten könnte. Wir würden alle befriedigt nach Hause gehen. Wieder ergibt sich die Frage: wieso das denn? Die Antwort ließen wir bereits anklingen:
Wenn die Bibel zwischendurch, hier und da, zwischen Legenden, Mythen und Sagen, zwischen historischen und naturwissenschaftlichen Irrtümern auch sogenannte „Gottessprüche" enthält, nun, dann rede ich eben nur darüber. Alles andere verschweige ich. Denn das Thema lautet ja „Die Herrlichkeit des Wortes Gottes", und nicht „Die Herrlichkeit der Bibel". Völlig anders ist die Sache aber, wenn die Bibel trotz Verschiedenheit der einen oder anderen Ausgabe, trotz einer stufenweisen Offenbarung, trotz Rachepsalmen, trotz moralischer Anstößigkeiten dennoch Gottes Wort ist und

nicht enthält. Erst wenn wir dies in Blick bekommen haben, sind wir zur eigentlichen Tiefe des Problems vorgestoßen. Weil das die Absicht des gestellten Themas war, führte ich es von dorther aus.
Diese aufgezeigte Problematik macht deutlich, daß wir uns einmal die Mühe machen müssen, in das Geheimnis der Bibel still hineinzulauschen. Nur so bleiben wir vor raschen und oft verhängnisvollen Fehlurteilen über die Bibel bewahrt. Aber auch nur so beginnt die Herrlichkeit der Bibel aufzuleuchten.
Damit wir uns klar verstehen: Das Geheimnis der Bibel kann natürlich kein Menschenverstand rational erklären. Es tritt uns gegenüber. Uns bleibt nur, mit demütigem Herzen die still leuchtenden Farben dieses Geheimnisses unzureichend zu beschreiben. Das wollen wir in fünf Leitsätzen tun.

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1. Leitsatz Das Geheimnis der Bibel liegt in ihrer Inspiration
Zunächst begegnen wir einem Tatbestand, den wir unbedingt beachten müssen.
Die lange Entstehungszeit
Die Bibel ist in einem Zeitraum von rund 1500 Jahren entstanden. Ober diesen Satz lesen wir leicht hinweg. Dann aber erschließt sich nicht das Geheimnis der Bibel. Brauchen wir einen Vergleich.
Wir Heutigen leben im 20. Jahrhundert. Im Jahre 800 wurde Karl der Große gekrönt. Das werden nun bald 1200 Jahre, Wie lange, ach, wie lange ist das schon her! Und was hat sich nicht alles in diesen rund 1200 Jahren ereignet! Unsere Kinder müssen in der Schule jahrelang daran lernen.
Trotzdem reicht diese Zeit nicht aus, um an die Jahrhunderte der Bibelentstehung vollends heranzukommen. Außerdem liegt die Zeit der Bibelentstehung noch weit, weit vor Karl dem Großen. Die Entstehungszeit hat fast alle Kulturstufen durchlaufen. Mit ihren Anfängen reicht sie in die Zeit, da
die Menschen noch in Zelten hausten und als Nomaden umherzogen. Das Ende der Bibelentstehung ragt hingegen bis in die Tage des festgefügten römischen Weltreiches hinein. Unsere Vorfahren lebten währenddessen noch in Urwäldern und konnten weder lesen noch schreiben.
Zur langen Entstehungszeit kommt noch ein Zweites:

Die vielen Verfasser
Die Bibel hat nicht nur einen Verfasser, sondern mehrere Dutzend. Sie besteht auch nicht nur aus einem Buch, sondern aus sechsundsechzig. Alle Verfasser sind Kinder ihrer Zeit. Sie leben im Weltbild und den Vorstellungen ihrer Tage. Darüber hinaus sind die Verfasser der Bibel buntscheckig nach Beruf und Bildung. Akademiker sind unter ihnen, wie Paulus und Lukas, ein König, wie David. Aber auch ein einfacher Hirte, wie Amos.
Nun muß folgendes gesagt werden.

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Die Einheitlichkeit der Bibel
Obwohl die Bibel viele Verfasser hat, ist sie dennoch aus einem Guß. Und zwar aus einem Guß in bezug auf den einen lebendigen Gott. Das heißt: die Bibel schenkt uns den Monotheismus. Die Griechen hatten ihn nicht. Die Römer hatten ihn nicht. Stattdessen blühte bei ihnen die religiöse Phantasie in bizarrsten Formen. Wer z. B. den griechischen Götter-Olymp auch nur ein wenig kennt, weiß, daß dieser Olymp ein wilder Tummelplatz von schlauen und hinterlistigen Intriganten, von sexuellen Verführern, von Dieben und Krachschlägern war. Götter waren betrunken und wortbrüchig. Von den Menschen unterschieden sie sich durch ihre überdimensionalen Muskelpakete und dadurch, daß ihnen das Prädikat „unsterblich" gegeben wurde.
Wie ganz anders, ja wie völlig entgegengesetzt ist doch das, was uns in der Bibel begegnet. „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll" (Jes. 6, 3)! „Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen." Oder: „Ich bin das A und das 0, der Anfang und..

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Bestell-Nr:     BN7965
Autor/in:    Gerhard Bergmann
Titel:    Vom Geheimnis der Bibel
Preis:    3,60 €
Format:    19 x 12 cm
Seiten:    40
Gewicht:    60 g
Verlag:    Schriftenmissions Verlag
Erschienen:    1964
Einband:    Heft/Zeitschrift
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren

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