Bildführer zum Neuen Testament, Helmut Schultz #

  • Bildführer zum Neuen Testament, Helmut Schultz #
historischen Stätten der biblischen Berichte zu besuchen, dazu hat nicht jeder Bibelleser die Chance. In Israel und Jordanien, in Syrien und der Türkei, in Griechenland und in Italien lagen die Dörfer und Städte, deren Namen eng mit Beginn und Ausbreitung des Evangeliums verbunden sind. Manche Orte sind verschwunden. Manche hat man unter dem Schutt ihrer zerstörten Bauten und dem Geröll der Landschaft gefunden und ausgegraben. Von manchen Städten, die einst einflußreich und wohlhabend, stolz und maßlos, unersättlich und zuchtlos waren, sind heute teils klägliche, teils imposante Reste übriggeblieben: Ruinen, in denen Gras wächst und über die Einheimische ihre Schaf- und Ziegenherden treiben. Andere Ruinen sind Touristenattraktionen geworden, gepflegt und als Schauobjekte hergerichtet und kommerziell genutzt. Wieder andere Städte verkümmerten und existieren heute nur noch als armselige kleine Dörfer, obwohl sie einst Tausenden Lebensraum boten. Nur wenige haben die Jahrtausende überstanden und besitzen auch heute Namen und Bedeutung wie einst. Den einstigen Bewohnern sind hier keine Nachkommen übriggeblieben, vielleicht überlebten sie irgendwo, wohin siegreiche Heere die Besiegten deportierten. Neue Völker und Rassen sind eingedrungen und haben ihre eigenen Kulturen mitgebracht und ihre eigenen Sprachen durchgesetzt. Sie haben aus den Ruinen Steine gebrochen, um ihre Wohnstätten zu bauen oder Festungen zu errichten oder Schlösser und Gotteshäuser zu erstellen.
 
Sie formten das Leben der Bewohner, gestalteten Städte und Dörfer, kultivierten die Landschaft oder ließen alles verkommen. Tiefe Religiosität hatte sich hier manifestiert in prächtigen Tempeln. Sehnsucht nach Höherem und Verlangen nach göttlicher Nähe wurde im Kult zu befriedigen versucht. Verinnerlichung und wilde Orgien wurden nebeneinander praktiziert. Logisches Denken bekämpfte wunderliche Ideen. Berühmte Philosophenschulen und reichhaltige Bibliotheken liefen einander den Rang ab. Wer diese Länder bereist und an den verlassenen Stätten verweilt, wird irgendwie ergriffen von Vorstellungen entschwundener Zeiten. Und wenn der Reisende allein inmitten der Trümmer vergangener Herrlichkeiten steht, beschäftigen sich seine Gedanken mit den Menschen, die hier mächtig waren und rücksichtslos ihre Ziele verfolgten, die dem Geld nachjagten und das Leben in vollen Zügen genossen, die nachdachten und auf Änderungen hofften, die arbeiteten und sich betrogen fühlten, die litten und den Tag der Rache erwarteten. Zu ihnen war Jesus gekommen, zu ihnen hatten Apostel das Evangelium gebracht. Viele hatten geglaubt und waren von alten Bindungen frei
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Bestell-Nr.: BN6367
Autor/in: Helmut Schultz
Titel: Bildführer zum Neuen Testament
ISBN: 9783765502781 (früher: 3765502782)
Format: 25 x 18 cm
Seiten: 155
Gewicht: 590 g
Verlag: Brunnen-Verlag
Auflage: 3. Auflage
Erschienen: 1972
Einband: Hardcover
Sprache: Deutsch
Zustand: leichte Gebrauchsspuren

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