Und immer siegt die Liebe, Lydia Buksbazen #2

  • Und immer siegt die Liebe, Lydia Buksbazen #2

Kurzinfo: ERZÄHLT

Drei verwaiste Mädchen, die allein im Warschauer Ghetto leben
- eine heimliche Liebesheirat
- eine ganz junge Mutter, im Ausland verlassen und ausgeraubt

Das sind nur ein paar Anfangsstationen im ereignisreichen Leben der schönen Yente SitenhoJ, Frau des jüdisch-christlichen Missionars Benjamin Sitenhof und Mutter von fünf Kindern.
Es ist ein unstetes Leben, geprägt von Trennung und Neuanfang, Hunger und Armut, Fremdheit, Anfeindungen und Krieg - aber auch von wunderbaren Wendungen und Fügungen
Und immer siegt die Liebe ...", ein Buch, das man einmal angefangen nicht mehr aus der Hand legt - einfühlsam erzählt von der jüngsten Tochter Lydia Buksbazen.

1. Jakob und Rachel
Jakob Glaser war ein russischer Jude. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er als Kind verschleppt und zum Militärdienst in der Armee des Zaren gezwungen. Den größten Teil seines Lebens, ungefähr 25 Jahre lang, diente er in der russischen Armee. Er hatte ein schweres und aufregendes Leben - wechselvoll und kurz. Wohin ihn der Kriegsdienst auch verschlug, seine treue Frau Rachel, seine drei Töchter und sein Sohn begleiteten ihn. Die Kinder wurden irgendwo in den Wohnquartieren verschiedener russischer Garnisonen in den kaukasischen Bergen geboren. Seine ganze Lebensweise war die eines typischen russischen Soldaten. Sogar sein Aussehen war russisch: groß, blond, blauäugig und grobknochig, ungewöhnlich für einen Juden. Er lebte in einer heidnischen Welt, aber immer wünschte er sich, in eine jüdische Umgebung zurückzukehren und sein Leben als Jude unter Juden abzuschließen. Eine seltsame Angst trieb ihn um, seinem Volk verloren zu gehen und unter Fremden zu sterben. Seine Frau, eine fromme Jüdin und liebevolle Mutter und Ehefrau, ertrug das schwere und unstete Leben, ohne zu klagen. Überall, wohin der Kriegsdienst sie versetzte, versuchte sie es ihrer Familie angenehm zu machen, aber sie vermisste das religiöse Leben, das eine fromme Jüdin für ihre Familie erstrebt.
Da kam es, dass Jakob seine Familie in die kleine Stadt Siedlce brachte, eine Garnisonstadt im russischen Teil Polens, etwa 80 km von der Hauptstadt Warschau entfernt. Dort ließen sie sich in einem bescheidenen Häuschen nieder und versuchten, heimisch zu werden; sie hatten das Reisen satt und freuten sich bei dem Gedanken, dass ihre Wanderschaft endlich aufgehört hatte und dass die neue Umgebung ihnen erlaubte, ein normales Leben mit Gottesdienst in der Synagoge, Unterricht für die Kinder und einem freien Tag am Sabbat zu führen.
Aber nicht viel von diesen Träumen wurde wahr. Jakob, der durch den langjährigen Kriegsdienst geschwächt war, fiel einer Seuche zum Opfer, die Hunderte dahinraffte. So übernahm Rache! Glaser die Aufgabe, ihren vier kleinen Kindern Vater und Mutter zu sein.
Ihr Hauptziel war es, ihren Sohn Mottel (die Kurzform für Mor-dechai) ein Handwerk lernen zu lassen. Mehr als alles andere fürchtete sie, er könnte den Fußtapfen seines Vaters folgen, in die russische Armee eintreten und dort das gleiche Leben führen, das seinem Vater den frühen Tod gebracht hatte. Tapfer kämpfte sie um die notwendigste Ausbildung für ihre Kinder, denn damals war Bildung ein Luxus, den sich nur die Reichen leisten konnten.

Brutale Kosaken
In dieser Zeit war die Stimmung im russischen Teil Polens sehr gereizt. Seit über hundert Jahren war Polen unter die drei herrschenden Mächte der damaligen Zeit aufgeteilt - Russland, Deutschland und Österreich - und wurde von seinen mächtigen Nachbarn ausgeplündert. Die Polen waren Patrioten bis zur Selbstvernichtung und kämpften immer wieder gegen die Russen und die anderen Besatzer. Diese Aufstände wurden unbarmherzig niedergeschlagen, viele Polen wurden getötet und Tausende in das gefürchtete Sibirien deportiert. Um den polnischen Rebellen und der aufsässigen Bevölkerung Angst einzujagen, gab man der russischen Polizei und den Kosaken freie Hand. Natürlich waren die Juden wie gewöhnlich die Leidtragenden. Nach dem alten Rezept »Teile und herrsche« stachelten die Russen die Polen gegen die Juden auf, um von sich selbst abzulenken. Die unglücklichen und enttäuschten Polen ließen ihre Wut an den wehrlosen Juden aus. Es gab oft Verfolgungen, die die Russen angezettelt hatten.
In dieser Zeit kamen auch die Kosaken auf ihren schnellen, feurigen Pferden, die sie aus der Steppe mitbrachten. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel überfielen sie wehr- und ahnungslose Leute, schwangen ihre Nahaikas (geflochtene lederne Peitschenriemen) oder schlugen in den Straßen der polnischen Dörfer und Städte unkontrolliert mit ihren Säbeln um sich.
Ein Jude in seinem traditionellen langen Mantel, mit Schläfenlocken und der Samtkappe, die die Frommen tragen, war dafür besonders beliebt. Wie Jäger über ihre Beute fielen die Kosaken..

gebraucht
Bestell-Nr.: BN8484
Autor/in:    Lydia Buksbazen
Titel:    Und immer siegt die Liebe
Preis:    4,00 €
ISBN:    9783775127929 (früher: 3775127925)
Format:    20,5 x 13,5 cm
Seiten:    240
Gewicht:    284 g
Verlag:    Hänssler
Erschienen:    1998
Einband:    Paperback
Sprache:    Deutsch
Zustand:    leichte Gebrauchsspuren

Neue Bewertung

Bitte anmelden oder registrieren um Bewertung zu verfassen


Verfügbarkeit: noch 1 Exemplar